Gracia López, die Moderatorin von GAUDÍ TV, hat vor allem ihre Karriere im Kopf. Als sie über den Schriftsteller Don Parker berichten soll, wittert sie sofort ihre große Story.

Der junge, introvertierte Parker gewinnt den Gaudí-Preis für Literatur. Damit hat sein zurückgezogenes Leben ein Ende. Denn plötzlich findet er sich mitten im Rampenlicht wieder. Marc Winner will Parker die Filmrechte zu seinem Erfolgsroman abkaufen. Doch auf der Suche nach einem lukrativen Stoff wendet der gerissene Filmproduzent fragwürdige Methoden an. Er setzt seine attraktive Freundin Isabella Masini auf Parker an. Ihre Verführungskünste sollen ihm die Vertragsunterschrift entlocken. Diese Wendung ist für Gracia López natürlich ein gefundenes Fressen.

Parker verabscheut die MEDIEN. Er hasst den Kommerz. Doch das macht einsam. Parkers Welt ist nicht von dieser Welt. Er ist fasziniert von ANTONI GAUDÍ, dem genialen spanischen Architekten. Wie er strebt Parker nach kompromissloser Kreativität. Wie er verzichtet er auf alle Freuden, die nichts mit Kunst zu tun haben. Bis jetzt.

Denn mit Isabella scheint alles anders zu werden. Zum ersten Mal glaubt Parker, der Liebe zu begegnen. Zum ersten Mal ahnt er, dass Kunst nicht alles ist. Von nun an gerät sein Leben aus den Fugen.

Soll er seine Ideale aufgeben und sich vermarkten lassen? Soll er sich den weltlichen Genüssen hingeben? In der geliebten Stadt Barcelona versucht er, den bösen Mächten des Geldes und der Versuchung zu entfliehen. Doch Parker und Isabella kommen sich näher. Da, in einer scheinbar eindeutigen Situation, taucht plötzlich Marc Winner auf - außer sich vor Eifersucht. Isabella beteuert, sie habe alles nur für ihn getan. Er glaubt ihr. Und Parker glaubt nicht mehr an die Liebe. Er erkennt, dass Isabella mit falschen Karten gespielt hat. Sein Herz ist gebrochen. Und als gebrochener Mann sieht er nur einen Ausweg. Eine dramatischere Story konnte sich Gracia López kaum wünschen.

Über die aktuelle Inszenierung von GAUDÍ soll nicht viel verraten werden. Nur soviel: Sie ist spektakulär. Neu ist das raffinierte und reduzierte Bühnenbild aus fünf Projektionswänden. Und es gibt eine Revolution: Die Musik ist live. ERIC WOOLFSON hat es so forumuliert: „Es ist die beste Inszenierung, die es je gab.“